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Hofstetten - ein Schwarzwalddorf mit Geschichte

Hofstetten1895
Hofstetten1895

Über die Frühgeschichte Hofstettens ist wenig bekannt. Entscheidend für die Besiedelung des Hofstetter Tales war das Kloster Gengenbach, von wo aus im 10. und 11. Jahrhundert durch Rodungsspezialisten die Besiedlung vorangetrieben wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Ortsbezeichnung Hofstetten fällt in das Jahr 1353. In diesem Jahr wird ein Lehen der Grafen von Fürstenberg in Mittelweiler „nidewendig Hofstetten“ erwähnt. Der Name Hofstetten (Hofstätten) lässt sich als Ort, der aus mehreren kleinen Hofgemeinschaften bzw. Hofgüter besteht, erklären.

Außer den Grafen von Fürstenberg hatten im Mittelalter noch zahlreiche andere Lehensherren Grundbesitz auf der Hofstetter Gemarkung, so die Herren von Geroldseck, die Markgrafen von Baden, die Herren von Schauenburg, die Herren von Buchhorn, die Herren von Bärenbach (beide aus Mühlenbach), die Herren von Ramsteinweiler (Fischerbach), die Herren von Schnellingen und andere.

Von großer Bedeutung war seit dem Mittelalter die Durchgangsstraße vom Kinzigtal nach Freiburg. Sie führte bis Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts von Haslach über Hofstetten – Biereck – Elzach in die Breisgaumetropole. Am Anfang der sogenannten „Steig“ in unmittelbarer Nähe der Kirche befand sich eine Umspannstation und Herberge (das spätere Gasthaus „Drei Schneeballen“), die 1493 erstmals urkundlich erwähnt wird. In der Nähe der „Steig“ erhob sich die mächtige Heidburg, von wo aus der Verkehr kontrolliert wurde.

Seit dem 16. Jahrhundert gehörte Hofstetten unmittelbar zum fürstenbergischen Obervogteiamt Haslach. 1806 wurde Hofstetten wie das ganze fürstenbergische Territorium badisch. Unter den vielen Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts hatte Hofstetten schwer zu leiden. Während des Dreißigjährigen Krieges 1622 errichteten die Kinzigtäler oberhalb des Fehrenbacher Waldes an der Gemarkungsgrenze Haslach/Hofstetten Schanzen, um die feindlichen Schweden aufzuhalten. Trotzdem verwüsteten die Schweden 1643 das ganze mittlere Kinzigtal und die Seitentäler, ebenfalls Hofstetten. 1633 und 1638 wütete in Hofstetten die Pest. 1704 zogen französische Truppen durch das Dorf, brannten einige Höfe nieder und zerstörten die Heidburg.

 Auch die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren für die Hofstetter Bauern ausgesprochene Notjahre. Missernten und Teuerung brachten Hunger und Not. Damals wanderten einige Hofstetter nach Amerika aus. 1933 stießen die Nationalsozialisten in Hofstetten auf Widerstand. Während die Nazis in den anderen Dörfern der Region, und besonders in Haslach, bei den damaligen Reichstagswahlen Triumphe feierten, erreichte die NSDAP in Hofstetten mit nur 15,6 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in Mittelbaden. Die katholische Zentrumspartei bekam damals satte 80,4 Prozent. Den Nazis war das „schwarze“ Hofstetten ein Dorn im Auge. Als die Hofstetter Zentrumsgemeinderäte sich weigerten zurückzutreten, schickte der NS-Kreisleiter kurzerhand eine Formation bewaffneter SS-Männer nach Hofstetten, um sie zu verhaften. Doch diese hatten sich in den Wäldern versteckt.

Bei der 1971 durchgeführten Gemeinde- und Kreisreform konnte Hofstetten seine Selbstständigkeit als Gemeinde erhalten. Hofstetten bildet jedoch seit 1974 eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Umlandgemeinden Haslach, Mühlenbach, Fischerbach und Steinach-Welschensteinach.


Autor: Manfred Hildenbrand

 

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